Kraut & Rüben #6

DIE INSPIRATIONEN DER WOCHE!

1. Antonia Baum hat mit „Stillleben“ (Piper) ein kluges und humorvolles Buch über die Angst geschrieben, mit der Geburt ihres Kindes aus der Gesellschaft der Coolen und Erfolgreichen ausgeschlossen zu werden. Sie fragt, warum es am Ende doch immer wieder die Frauen sind, die sich für alles zuständig fühlen, ob Gleichberechtigung schon allein aus biologischen Gegebenheiten (die Frau stillt, der Mann kann gehen) praktisch unmöglich ist, und warum Frauen, anders als Männer, erst dann gesellschaftliche Anerkennung erfahren, wenn sie ein Kind zur Welt bringen.

„Ich sah, mit welcher Skepsis und Angst ich diese Bevölkerungsgruppe observierte und dachte, so würdest du dann auch angesehen werden. Und du würdest dann auch diese unzähligen grauenhaften Wörter verwenden müssen, die nur dazu da sind, ihre Benutzer zu entwürdigen: Kita, Pekip, Geburtsvorbereitungskurs, Snuggle, Bugaboo, Manduca, Dudu, Schwangerenyoga, schwanger (überhaupt, dieses runde, geschwollene Wort, das mir nie gefallen hatte, was möglicherweise daran liegt, dass die Abwertung von allem, was damit zu tun hat, in einem bestimmten Milieu so verbreitet ist, doch dazu später).“

2. Zu den gedämpften Beats und der glockenhellen Stimme des kanadischen Rappers ROY WOOD$ könnte man bestimmt auf ganz elegante Art, im Zwielicht der kalifornischen Abendsonne, eine Tankstelle überfallen.

3. Seitdem ich das Zuhause von Raquel Cayre gesehen habe, möchte ich auf der Stelle den ganzen Vintage-Bauhaus-Krempel aus meiner Wohnung schmeißen und stattdessen in zwei neue, ungleiche Nachttische investieren. Cayre steckt übrigens auch hinter dem der gleichnamigen italienischen Design-Legende gewidmeten Instagram-Account @ettoresottsass

Bild: Nicole Cohen

4. Ich habe nicht vor, in nächster Zeit zu heiraten. Allerdings finde ich es ungemein unterhaltsam, Hochzeitskleider anzugucken. Dabei sehe ich allerdings meistens nur Kleider, die ich definitiv nicht anziehen würde (ich sehe mich ja, wenn überhaupt, eh im weißen Hosenanzug). Die Vintage-Hochzeitsoutfits, die The Cut gerade vorgestellt hat, regen allerdings zum Umdenken an:

Bild: Radka Leitmeritz

5. Ich persönlich weiß ja mittlerweile gar nicht mehr, was ich überhaupt noch auf Facebook soll.  Was das soziale Netzwerk mit meinen Daten anstellt, war mir allerdings schon immer eher egal. Dann las ich diesen Artikel in der New York Times.  Der Autor Brian X. Chen hat alle Informationen heruntergeladen, die Facebook über ihn gespeichert hat. Au Backe.

Bild: The New York Times

6. Die amerikanische Vogue hat Frauen in einem Friseursalon in Chicago über die Schulter geschaut. Dabei herausgekommen ist ein rührendes Video-Porträt einer eingeschworenen Gemeinschaft.

Bild: Daniel Arnold

7. Anum Bashir ist die vielleicht einzige Personal-Style-Bloggerin, bei der ein rein aus Alltagsoutfits bestehender Beitrag noch interessant und inspirierend ist. Beweismaterial für diese These gibt es hier. Gemeinsam mit der georgischen N-Duo hat sie übrigens auch eine eigene Kollektion entworfen.

8. Der Instagram-Acount @upsdogs widmet sich den schönen Seiten des Paketbotendaseins – nämlich den täglichen Begegnungen mit netten Hunden, die gerne im UPS-Auto mitfahren würden. Manchmal wollen sogar Ziegen einsteigen.

9. Die Künstlerin Foekje Fleur macht Vasen, die aussehen wie bunte Putzmittelflaschen. Für mich und meine Leidenschaft für Neutralreiniger natürlich ein absolutes Musthave.

10. Manchmal schmerzt es mich doch, dass ich die Ballettschule im Alter von fünf Jahren nach nur wenigen Monaten Training wieder verlassen habe. Aktuell komme ich nicht mal mit den Fingerspitzen an meine Füße, aber wer weiß, das hätte ja alles werden können. Der schon etwas ältere, mir bislang aber unbekannte Dokumentarfilm „First Position“, der sechs junge Ballerinen und Tänzer begleitet, hat mich jüngst wieder ins Träumen gebracht.

11. Die Illustratorin Maira Kalman und die Autorin Barbara Scott-Goodman haben ein wunderschönes Buch über mein Lieblingsessen herausgebracht: Kuchen. Darin gibt es nicht nur Rezepte, sondern auch Erzählungen davon, in welchen Lebenssituationen welcher Kuchen besonders gut geschmeckt hat. Eine kleine Vorschau aus „Cake“ zeigt der New Yorker.

Illustration: Maira Kalman

12. Apropos Kuchen: Netflix‘ hauseigene Kochshow „Chef’s table“ begleitet ja neuerdings auch (warum eigentlich nicht: schon immer?) Konditoren. Ich habe mir die ganze Sendung noch nie angeschaut, fand diesen Ausschnitt über die Geschichte einer Geburtstagstorte aber ziemlich amüsant. Vor allem die total übertriebene Drama-Musik dazu, die den Anschein erweckt, hier habe jemand das Rezept für den Weltfrieden gefunden.

13. Das Gif der Woche:

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